Archiv für den 14. Oktober 2008

Warten auf Godot

Dienstag, 14. Oktober 2008 (Jörg)

Für alle, die das Stück von Samuel Becket nicht kennen, zitiere ich eben mal aus der Wikipedia:

“Die Hauptfiguren des Stücks sind die beiden Landstreicher Estragon und Wladimir sowie ein etwas später mit seinem Diener Lucky hinzu kommender Pozzo, die an einem undefinierbaren Ort ihre Zeit damit verbringen, auf einen Godot zu warten, den sie nicht kennen, von dem sie nichts Genaues wissen, nicht einmal, ob es ihn gibt. Godot selbst erscheint in der Tat bis zuletzt nicht und das Warten auf ihn ist offensichtlich vergeblich. Am Ende eines jeden Aktes erscheint ein wohl von ihm kommender Junge, der verkündet, dass sich seine Ankunft weiter verzögert. Spätestens dann keimt in den Wartenden der Zweifel an ihrer Situation auf, doch können sie sich trotzdem nicht aus ihr lösen. Dies drückt sich z. B. in dem mehrfach im Stück wiederkehrenden Dialog aus:

Estragon: Komm, wir gehen!
Wladimir: Wir können nicht.
Estragon: Warum nicht?
Wladimir: Wir warten auf Godot.
Estragon: Ach ja.

Bis zum Ende des Stücks wird nicht klar, wer Godot ist und warum genau man auf ihn wartet. Die Wartenden erscheinen damit als Verkörperungen des menschlich-allzumenschlichen Hanges, voll unbestimmter und letztlich unerfüllter Illusionen auf die Ankunft eines Erlösers, eines Propheten oder einer sonstwie heilbringenden Person zu hoffen.”

Regelmäßige Blogleser werden wohl schon vermuten, dass mein plötzliches Interesse an französischem Theater aus der Nachkriegszeit durchaus einen aktuellen Hintergrund hat.
Richtig geraten, der von 1&1 für gestern “zwischen 08:00 und 14:00 Uhr” avisierte Techniker ist nicht aufgetaucht. Daraufhin habe ich mal wieder mit der Hotline telefoniert, nähere Details spar’ ich mir jetzt, aber ich glaube, ich war für den Call-Center-Mitarbeiter ein eher “unangenehmes” Gespräch. Überraschenderweise kam aber noch am selben Abend ein Rückruf – neuer Termin am Freitag…

Wenigstens konnte ich den sonnigen Tag gut nutzen. Das selbstgebastelte Ordnerregal für’s Büro ist fertig, hängt an der Wand und ist auch schon befüllt (wieder 4 Kartons weniger – freu). Außerdem hab’ ich die Abflüsse auf der Terrasse abgedichtet. Eigentlich war die Terrassenabdichtung für Samstag geplant, aber auf Anfrage aus dem Nachbarhaus habe ich dann Stefan geholfen, den neuen Schlafzimmerschrank zusammenzubauen. Wider Erwarten hat das dann aber doch etwas länger gedauert, weil an diesem Teil wirklich gar nichts vormontiert war und wir haben schon während des Aufbaus rungewitzelt, dass sie ja auch einzelne Holzfasern hätten liefern können. Wir haben’s aber dann doch noch geschafft und ich muß sagen, die gelaugte Kiefer sieht echt klasse aus und passt prima in das Zimmer. Ich werd’ im Gegenzug Stefan mal wieder zum Flexen engagieren (das ist irgendwie gar nicht mein Ding).