Archiv für den 19. Februar 2009

Die “Quintessenz” der Gartenplanung…

Donnerstag, 19. Februar 2009 (Jörg)

…sollte uns heute abend widerfahren. Wir hatten uns zu einer Vortragsveranstaltung eines Garten- und Landschaftsbauunternehmens angemeldet, um uns vielleicht noch die ein oder andere Inspiration für unsere Gartengestaltung zu holen. Momentan ist die schönste Ansicht unseres Gartens leider die, von der wir als Bewohner am wenigsten haben – unsere Böschung mit den großen Granitsteinen sieht man am besten von der Straße aus (Bilder davon haben wir ja bereits vor einiger Zeit ins Netz gestellt). Der damalige Garten- und Landschaftsbauer war übrigens ein anderer, mit dem wir super zufrieden waren und den wir auch jederzeit wieder beauftragen würden. Aber zum einen wollten wir uns noch anderswo Anregungen holen und außerdem wollen wir die weitere Gartengestaltung sowieso selbst machen.

Viel erwartet hatte ich mir schon im Vorfeld nicht, da manche der angekündigten Themen sowohl unseren verfügbaren Platz als auch das Budget deutlich überschreiten würden. Unter anderem war z.B. die Rede vom “Wellness-Trend Außensauna” oder dem “Traum vom eigenen Naturschwimmteich”. Bei unserem Eintreffen war mir dann aber relativ schnell klar, dass wohl die meisten Besucher ebenfalls nicht dieser Zielgruppe entsprechen würden. Etwa ein Drittel sahen für mich nach klassischen Kaffeefahrtteilnehmern aus, der Rest war bunt gemischt und nicht eindeutig zuzuordnen, klunkerbesetzte Neureiche waren jedenfalls nicht anwesend.

Erlebt haben wir dann eine Reihe ständig unter Zeitdruck vorgetragener meist wenig gehaltvoller Präsentationen mit allerdings durchaus schönen Bildern von Gartenprojekten, die jedoch meist mindestens drei Nummern zu groß für uns waren. Durch das Programm führte der Chef persönlich, der hierfür aber besser einen Moderator engagiert hätte. Das pseudoprofessionelle mit Buzzwords angereicherte (kennt Ihr Bullshit-Bingo?) Gelaber war eine rhetorische Katastrophe. Vom angepriesenen “Flow” (ja, das gibt’s wohl auch beim Gartenbau) war nicht wirklich viel zu spüren. Beim abschließenden Entertainment Programm hatte der “Spannungsbogen” dann den mehrmals angekündigten absoluten Höhepunkt erreicht – allerdings im negativen Sinne. Als dann noch die Technik steikte, haben wir kurzerhand die Flucht ergriffen.

Ups, das war jetzt wohl echt ein bißchen böse. Um zumindest seine Reputation als Gartengestalter wieder etwas ins rechte Licht zu rücken, sei erwähnt, dass auch diverse seiner offensichtlich zufriedenen Kunden anwesend waren (abgesehen davon nenne ich hier auch keine Namen). Reichlich Zuspruch fanden übrigens auch die angebotenen Antipasti-Variationen.

Alles in allem war’s ein Abend, den wir unter der Kategorie “lehrreiche Erfahrung” ablegen, das ein oder andere “Highlight” wird mit Sicherheit Einzug in unsere ständig wachsende Sammlung interner “Running Gags” finden. Kennt Ihr das auch? Meist reicht ein Wort oder eine kurze Andeutung und der Kreis der Eingeweihten schüttet sich aus vor Lachen, während die Ahnungslosen kopfschüttelnd daneben stehen und sich fragen, was da jetzt eben so urkomisch gewesen sein soll.