Wie alles begann

(Claudi)

Wie stellt man denn das nun eigentlich alles richtig an? Im Nachhinein betrachtet haben wir sicher das Pferd manchmal von hinten aufgezäumt ;-)

Braucht man erst das Grundstück und sucht dann ein passendes Haus? Oder erst ein Haus und dann das dazu passende Grundstück? Oder muss erst die Finanzierung gewährleistet sein? Irgendwie drehte sich das alles im Kreis…

So ganz genau kann ich mich gar nicht erinnern, wie genau wir denn angefangen haben, aber ich glaube, wir vier waren im Februar 2007 zusammen “einfach mal so” (!) auf der Fertighausausstellung in Fellbach. Eines der ersten Häuser war ein WeberHaus, das uns besonders dadurch auffiel, dass die Luft dort so frisch und angenehm war. Die anderen Ausstellungshäuser hatten alle eine etwas abgestandene, muffige “Aura” verströmt – wie halt ein Haus riecht, wenn es nicht bewohnt ist und deshalb auch nicht regelmässig gelüftet wird.

Nachdem wir unzählig viele andere Häuser besichtigt hatten, kehrten wir nochmals dorthin zurück. Bei dieser Gelegenheit haben wir uns dann auch länger mit dem dortigen Bauberater unterhalten, der uns einiges zur Lüftungsheizung, etc. erzählte. Damit hatte er uns schon am Köder, was uns allen aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht ansatzweise bewusst war.

Ebenfalls grob zu dieser Zeit entdeckte Sylvi (glaube ich zumindest) ein Grundstück, das gerade noch so eben erschwinglich schien – wir mussten ja noch ein bisschen Geld für ein Haus verplanen können :-)

Als wir uns dann dazu durchgerungen hatten, uns näher mit dem Grundstück zu befassen und uns beim Makler meldeten, war es sozusagen “schon um’s Eck”, denn es gab schon einen anderen Interessenten mit konkreter Kaufabsicht. Genau neben unserem Wunschgrundstück gab es nochmal ein Grundstück, das etwas größer war, aber eigentlich unseren finanziellen Rahmen sprengte. Was nun?

In der Zwischenzeit hatten wir uns nochmal mit dem WeberHaus-Berater in Verbindung gesetzt, waren nochmal in Fellbach, der Berater kam zu einem Termin zu uns und wir besichtigten den potentiellen Bauplatz. Damals hatten wir noch die vage Vorstellung, dass wir uns evtl. doch den etwas größeren und teureren Platz nebenan kaufen würden.

Plötzlich kam die Nachricht, dass unser ursprünglicher Wunschbauplatz wieder verfügbar war, da der ursprgl. Interessent nicht so bebauen konnte wie er wollte. Wir bewerteten diesen Umstand einfach als einen Hinweis darauf, dass unser Vorhaben doch gelingen sollte.

Nun ging also das Gerenne bzgl. der Kredite los – welche Summe würde man uns genehmigen? Welche Summe brauchen wir überhaupt? Zu dieser Zeit waren die Zinsen stetig am Steigen und wir bekamen schon kalte Füße, denn wenn das so weiterginge, würden wir uns den Spaß vielleicht doch nicht leisten können. Wir hätten ein oder zwei Jahre früher bauen sollen, denn da hätten wir noch 16% MwSt bezahlt, es hätte noch die Eigenheimzulage gegeben und wir hätten im optimalen Fall ca. 1% weniger Zins bezahlt…

Irgendwann hat man uns endlich auch bei WeberHaus eine Summe genannt, die bewirkte, dass wir uns spontan ein kleineres Haus aussuchten und von irgendwelchen Erkern, Dachüberständen und Wintergärten Abstand nahmen, um das Budget nicht zu sprengen. Auch haben wir Spachtelarbeiten, Kellerdämmung, Bad, Böden und Wände als Eigenleistung eingeplant. Bin schon heute gespannt, wie denn die Endergebisse aussehen werden :-)

Am 12. Juni 2007 unterschrieben wir den Kaufvertrag, ohne ein Grundstück für das Haus zu besitzen. Wir saßen anschliessend alle ganz belämmert im Auto mit unserer WeberHaus-Sektflasche. Irgendwie konnten wir uns gar nicht so recht freuen, weil wir alle dachten “Du meine Güte – was haben wir denn da jetzt nur getan!? Hoffentlich geht das irgendwie gut!” Ausserdem hatten wir so ein bisschen das Gefühl, überrumpelt worden zu sein. Die Sektflasche steht noch heute in der original Stofftasche hier im Büro – ich denke, wir köpfen sie, wenn das Haus aufgestellt wird. Das komische Gefühl hat sich übrigens inzwischen komplett verflüchtigt und wir freuen uns an und über unser “Projekt”!

Der Kreditvertrag war bei Jörg und mir dann noch in der gleichen Woche unter Dach und Fach. Wir hatten ausgerechnet, was wir monatlich als Kreditrate bewältigen könnten, ohne komplett auf alles verzichten zu müssen und hatten diesen Betrag dann in eine Kreditsumme zurückgerechnet. Dies war letztlich die Summe, die allen anderen Planungen zu Grunde lag. Die Bank hätte uns sogar eine höhere Rate zugetraut, aber das hätten wir uns echt nicht zumuten wollen. So ganz genau gewusst haben wir nicht, wer oder was denn ausser dem Haus und dem Grundstück und dem Architekt und dem Notar und dem Aushub und dem Vermesser und dem LRA und “Hinz und Kunz” noch Geld von uns haben wollte. Es gab zum einen die nebulöse Information, das wir pro Haus mal mit 25.000€ Baunebenkosten rechnen sollte, aber was in dieser Summe da denn nun so ganz genau drin steckte war uns nie wirklich klar. Heute sind wir etwas schlauer, die NK in dieser Höhe reichen wohl eigentlich eher nicht, aber nachdem wir alle 4 diesen Betrag letztlich dem Posten “Aushub und Anschluß Versorgungsleitungen” zugeschlagen haben, haut die Rechnung Stand heute trotzdem noch hin.

Unser Vermesser war dann schnell aufgrund einer Empfehlung von Jörgs Kollegen gefunden, denn wir hatten das Problem, das wir alle 4 noch im Juni für längere Zeit in den Urlaub entfleuchen wollten. Für den Notartermin war wegen der Grundstücksteilung ein Vermessungsprotokoll erforderlich – und das sollte am Besten schon vorgestern eingereicht worden sein. Der Vermesser hat zuverlässig und schnell per telefonischem “Zuruf” gearbeitet und die Unterlagen für den Eintrag im Katasteramt kamen genau am Tag unseres Notartermines beim Notar an (er führt auch das Kataster). Wiedermal ein exaktes Timing ;-)

Am 20. Juli 2007 saßen wir dann mit einer ganzen Menge anderer Menschlein beim Notar, denn ausser dem Notar, dem Makler und uns Vier saßen da auch noch die Verkäufer – deren 5 an der Zahl. Sprich: das Notarbüro war extrem vollgestopft! Unser Notar war ein ganz netter, aber doch eher von der langsamen und genauen Sorte – soll heissen: der Termin zog sich ganz schön in die Länge!

Nachdem wir nun also offiziell zu Grundbesitzern geworden waren, fuhren wir gemeinsam auf unsere “Länderei”. Sylvi und Stefan hatten einen kleinen Umtrunk vorbereitet und wir schlürften ein Gläschen Sekt und stiessen auf “Gutes Gelingen” an.

Am 16. Oktober 2007 bibberten Sylvi, Jörg und ich auf der Gemeinderatssitzung (Stefan musste arbeiten), bei der auch über unser Bauvorhaben entschieden werden sollte. Wir müssen mit dem roten Punkt nach §34 BGB bauen, also nach umgebender Bebauung, da es für unsere Baulücke keinen Bebauungsplan gab. In der Grundstücksbeschreibung waren ein paar Angaben zu Traufhöhe und Dachneigung, etc. gemacht worden, die wir in unserem Baugesuch nicht eingehalten hatten. Es wurde ausführlich diskutiert, und der Antrag wurde vom Gemeinderat so nicht angenommen. Allerdings sprang der Bürgermeister in die Bresche und machte einige Änderungsvorschläge – diese wurden akzeptiert. Wir mussten letztlich 5 cm unseres Kniestockes opfern – damit konnten wir aber sehr gut leben! Eine weitere Hürde auf dem steinigen Weg zum Eigenheim war übersprungen.

So, nun hatten wir also mal die Grundlagen geschaffen und wir fingen an, uns über die Details des ganzen Vorhabens Gedanken zu machen. Nach und nach stellte sich auch heraus, daß das eine oder andere noch fehlte, wie z.B. der Estrich für den Keller und die Garage, das Architektenhonorar im Preisgefüge noch nicht berücksichtigt war, etc. Über manche Dinge ärgerten wir uns, bei manchen Dingen konnten wir uns auch durchsetzen – man wollte uns z.B. zusätzlich sogenannte “Hausanschlußkosten” aufbrummen. Wir bauen zwar ein Doppelhaus, aber eigentlich sind es zwei Einzelhäuser, die aneinander gebaut werden. Um diese beiden ohne Spalte miteinander quasi zu verbinden, sollten wir einen Aufpreis zahlen. Hier haben wir uns aber mit der Argumentation des Festpreises durchgesetzt, da das Haus von Anfang an so geplant war und deshalb unseres Erachtens zum Festpreis nichts mehr dazukommen konnte. Uns wurde dann im Sinne von “Kulanz” entsprochen – darüber kann man streiten. Aber die Hauptsache war für uns, dass keine weiteren Zusatzkosten entstanden.

Ab jetzt mussten wir uns ein Aushubunternehmen suchen, entscheiden, welche Bodenbeläge wir möchten, nach frz. Geländern für unsere bodentiefen Fenster im DG suchen, ein Geländer für unsere Terrasse auf dem Garagendach auswählen, nach einem geeigneten Garagentor forschen, das Bad planen, uns um das Abfangen der Böschung an der Garageneinfahrt sorgen, über Photovoltaikanlagen nachdenken und dergleichen mehr.

Immer wieder wird es kleine Unannehmlichkeiten geben, die Flexibilität erfordern und spontane Richtungsänderungen bewirken, wie z.B. das wir den halben Ort umgraben müssten, wenn wir einen Kabelanschluß haben wollen – ok, dann gibt es halt Satellit.

Für den Mehrspartenanschluß braucht der Kellerbauer in seiner Firma noch ein Rohr von der ENBW, verschicken per Post dauert zu lang und ist zu umständlich – aber wir sind ja wie gesagt flexibel: Stefan holt das Rohr bei der ENBW und übergibt es an einem fest definierten Termin auf der Nachbarbaustelle dem Kellerbauer, der es dann seinerseits mit in die Firma nimmt, damit es dort in die vorbereiteten Wände eingebaut werden kann.

Wie es weitegeht und was sonst noch so passiert findet ihr in unserem Bautagebuch wieder…

Eine Antwort zu “Wie alles begann”

  1. Norman sagt:

    Das ist ja mal ein ganz Interessanter Beitrag, und irgendwie kommt mir so einiges bekannt vor!
    Wir konnten uns auch nicht so recht freuen, als wir die Weberhaus Sektbuddl in unseren Händen hielten, man hatte dann doch irgendwie ein komischen Gefühl, freude aber auch angst, alles richtig (oder war es doch falsch) zu machen.

    Heute können wir es kaum erwarten das es endlich los geht, wir hoffen diese Woche die Baugenemigung zu bekommen.

    Tja…
    und das mit Weberhaus kennen wir auch…
    geht nicht, gibts nicht, kostet….
    Man hat ja sooo viele Wünsche…
    Gerde beim Fullhaus.

    Letzten Endes hoffen wir doch einen guten Kompromiss in allen Dingen gefunden zu haben….

    Many Greez,
    Norman & Sandra