Bodenbeläge

(Jörg)

Über das Verlegen der verschiedenen Bodenbeläge haben wir uns ja bereits im Special “Eigenleistungen” ausgelassen, daher werde ich es hier jeweils nur kurz anreissen. Neben dem Verlegeaufwand, der natürlich in erster Linie für die “Selbermacher” interessant ist, hat jeder Bodenbelag neben dem optischen Eindruck ganz bestimmte Eigenschaften, die man auf jeden Fall kennen und ggf. beachten sollte:

Teppich

Ein m. E. etwas aus der Mode gekommener Bodenbelag, einerseits angenehm warm für die Socken- und Barfussfraktion, neigt aber zur statischen Aufladung, ist ein ziemlicher Staubfänger und nach einigen Jahren meist recht unansehnlich. Vor allem bei bodentiefen Fenstern neigt Teppich in diesem Bereich stark zum Verfärben bzw. Ausbleichen, umgekehrt erlebt man es an Stellen, wo jahrelang Möbel draufstanden. Das Verlegen geht mit mehreren Personen zwar recht schnell, allerdings kann man sich beim Bändigen der riesigen störrischen Bahnen auch leicht die frisch gestrichene oder tapezierte Wand ruinieren. Letzteres könnte man durch Verwendung von Teppichfliesen vermeiden, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob so etwas für den Wohnbereich überhaupt noch angeboten wird.

Laminat

Galt lange Zeit als günstige Alternative zu Teppich, inzwischen gibt es aber auch sehr hochwertige Laminate, deren edle Holzoptik rein optisch nicht mehr vom “Original” zu unterscheiden ist. Im Gegensatz zum Parkett ist Laminat sehr gut für Fussbodenheizung geeignet neigt aber eher zur statischen Aufladung und fühlt sich an den Füßen etwas kalt an. Letzteres kann man nachvollziehen, indem man im Baumarkt oder Holzfachhandel nebeneinander liegendes Parkett und Lamitnat mit der flachen Hand berührt. Auf diese Weise kann man auch schnell einen weiteren unbekannten Bodenbelag “identifizieren”, falls die Produktbeschreibung mal wieder nicht eindeutig ist oder komplett fehlt. Das Verlegen ist einfach und geht recht schnell, manchmal empfiehlt sich ein feineres Sägeblatt, um ein Ausreissen des Dekors zu verhindern.

Parkett

Ich beziehe mich hier ausschließlich auf das dem Laminat sehr ähnlichen und zum selber verlegen geeignete Fertigparkett und nicht auf Massivparkett, welches i.d.R. durch einen Fachmann verlegt werden sollte. Parkett ist ein “warmer Boden”, kann also auch im EG ohne Fussbodenheizung verlegt werden, wofür es aufgrund der guten Dämmeigenschaften von Holz sowieso nur bedingt geeignet ist. Die Verlegung erfolgt wie beim Laminat per “Klick-System”. Parkett ist empfindlich, Kratzer oder Dellen entstehen schnell und sind sehr deutlich sichtbar.

Kork

Auch hier beschränke ich mich auf die Klick-Systeme, die wie Laminat oder Fertigparkett verlegt werden. Kork fühlt sich im Vergleich zu Parkett noch wärmer an, auf eine zusätzliche Trittschalldämmung kann i.d.R. verzichtet werden. Aufgrund der Dämmeigenschaften für Fussbodenheizung nicht geeignet. Obwohl eher ein weiches Material, ist Kork deutlich unempfindlicher als die meisten Parkett- oder Laminatböden, da Beschädigungen auf dem unruhigen Muster kaum zu erkennen sind.

Massivholzdielen

Ein sehr warmer, natürlicher und ein wenig rustikaler Fußboden. Verlegung mit Krallen, Holzunterkonstruktion, verklebt oder auch schwimmend möglich, in jedem Fall ist sie aufwändiger als die o.g. Klick-Systeme. Aufgrund des hohen Fussbodenaufbaus ist eine nachträgliche Verlegung meist nicht möglich. Für Fussbodenheizung ungeeignet. Kratzer und sonstige Beschädigungen entstehen schnell, sind aber i.d.R. nicht so deutlich sichtbar wie beim Parkett. Dielenboden “arbeitet”, d.h. zum einen werden die Spalten zwischen den einzelnen Dielen im Winter breiter zum anderen wird man nie 100%ig verhindern können, dass es etwas knarzt. Trotz dieser vielen Nachteile gehört Massivholzdiele zu meinen absoluten Lieblingsböden, kaum ein anderer Boden vermittelt so ein wohnlich behagliches Gefühl.

Fliesen

Ein nahezu unüberschaubares Angebot eröffnet sich dem Bauherren, neben keramischen Fliesen sind in den letzten Jahren vor allem Natursteinfliesen stark in Mode gekommen. Je nach Raum und Beanspruchung und muß auf  Rutschsicherheit und bei glasierten Fliesen zusätzlich auf Abriebfestigkeit geachtet werden. In der Küche, wo auch mal etwas hartes (z.B. Glasflasche) herunterfällt, sollte man “durchgefärbte” Fliesen verwenden. Bei Fliesen im Wohnbereich ist eine Fussbodenheizung unbedingt zu empfehlen. Die Verlegung ist aufwändig und es gibt viele Dinge zu beachten (näheres auch hierzu im Special “Eigenleistungen”).

Der Vollständigkeit halber seien noch Bodenbeläge aus PVC und Linoleum erwähnt, womit wir uns aber nicht näher beschäftigt haben und somit auch keine Erkenntnisse weitergeben können.

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