Emanzipation am Bau

(Claudi)

Jetzt muss ich mich hier doch mal über das Thema Männlein und Weiblein ausbreiten, nachdem mir ständig mehr oder weniger durch die Blume weisgemacht wird, dass es sich rund um den Bau um eine rein männliche Interessengemeinschaft handelt.

Ein paar Beispiele:

Ich telefoniere mich durch ein einige Läden, um mich nach Preisen für EDV-Kabel zu erkundigen. In einem Laden bekomme ich nicht sofort die gewünschte Information, die Frau (!!) am Telefon kennt sich damit nicht aus und verspricht mir einen Rückruf. Also ruft mich irgendwann das männliche, offensichtlich in diesem Thema bewanderte Pendant zurück und meint “…Ihr Mann hat sich doch heute nach den Kabelpreisen erkundigt…” “…nein, nicht mein Mann, ich! “Oh, aäh, ja…”

Ich melde mich im Bauzentrum zum Thema “Abdichten” an (nur über den Nachnamen). Am Vorabend bekomme ich einen Anruf, weil in der Zeitung wohl eine falsche Uhrzeit abgedruckt war. Man informiert mich in diesem Zusammenhang darüber, dass “mein Mann” auch schon früher vorbeikommen kann, denn dejenige, der durch den Abend führt, kann schon ab 17:00 Uhr Fragen zum Thema beantworten. Die musste er stattdessen dann halt mir beantworten – ich war übrigens die einzige Frau in der Runde. Immerhin hat mein Mann befunden, dass ich mit nützlichen Informationen zurückkam – dann war’s ja wenigstens nicht für die Katz’ ;-)

Auch auf der Homepage unseres Architekten werden die beteiligten Bauherrinnen einfach unter den Teppich gekehrt, die Projekte sind nur mit den männlichen Namen betitelt.

Und ich selber bin auch schon infiziert, denn es heisst bei mir auch “Die östlichen Bauherren” und “Die westlichen Bauherren” – die Baufrauen (Gruß an Andi in Bad Hersfeld) kommen auch nicht vor – aber wenigstens sind sie im Bild!

Um zu beweisen, dass ich aber teilweise doch durchaus auch die üblichen Klischees erfülle noch diese Geschichte:
Das Licht am Auto war defekt. Da ich sowieso am ATU vorbeifahre schlage ich vor, mich auf dem Heimweg um das Ersatzteil zu kümmern. Jörg erläutert mir also, dass ich nach H7 schauen soll. Wird auf Fresszettel notiert, sowas kann ich mir im Ernstfall dann doch nie sicher merken. Vor ATU nochmal schnell Zettel studiert, selbstbewusst in den Laden spaziert und verkündet, ich wolle einen “H7-Scheinwerfer”. Der Verkäufer schaut irritiert, grinst und fragt dann: meinen Sie nicht vielleicht eine Birne? Ich werde ein bisschen rot, muss lachen und stimme ihm zu “schon wieder blamiert”. Er meint, das sei nicht schlimm (ich find’s ja schon ein bisschen peinlich, aber na ja) – oh jeh – also schnell bezahlen und nix wie raus mit meinem “Scheinwerfer”! ;-))

3 Antworten zu “Emanzipation am Bau”

  1. Norman sagt:

    Ähm…
    Birnen gibts beim Obsthändler doch nicht bei ATU. :)

    LG
    Sandra & Norman

  2. Architekt Wauer sagt:

    So,
    seit heute sind bei mir die Weibchen auch auf Bauherrinnenstatus erhoben…

    Grüße
    René Wauer

  3. Claudi sagt:

    …grins – hat mein Protest von heute gefruchtet ;-)